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Pressemitteilung vom 15.06.2005




Pressemitteilung der Life Science Agency und des Design Zentrums Nordrhein Westfalen

 

Auftakt des 1. Internationalen Life Science Design Wettbewerbs Kaninchen essen Wacholderbeeren

 

Essen/Düsseldorf, 15. Juni 2005 - Setzt man schwangere Kaninchen auf Wacholderbeeren-Diät, ziehen deren Jungen nach der Geburt jene Frucht dem Kaninchenfutter vor. Grund für diesen Sinneswandel – denn Kaninchen sind eigentlich keine Beerenliebhaber - sind jene ersten Sinneseindrücke, oder genauer: Die Geruchserfahrung, die die Embryonen abgespeichert haben.

 

Dies erklärte Hanns Hatt, Professor am Lehrstuhl für Zellphysiologie an der Ruhr-Universität Bochum, auf der ersten Konferenz zum Life Science Designam 14. Juni im Essener Design Museum. Hatt ist für seine Erkenntnisse zum menschlichen Geruchssinn, der weit über das Organ Nase hinaus geht, mit dem Philip Morris Forschungspreis 2005 ausgezeichnet worden.

 

Sein Auftaktvortrag auf der life science design conference machte deutlich, wie Lebenswissenschaften und Design in der heutigen Forschung und Entwicklung zusammen gehören: Die Funktionen der Riechrezeptoren zu entschlüsseln, war das Motiv des Forschungsprojekts. Im Ergebnis werden Diagnose- und Therapieverfahren entstehen, die diese natürlichen Funktionen nutzen und verändern. Denn, so Hatt: „Dass auch Hautzellen, Krebszellen, Nieren- und Samenzellen über olfaktorische Rezeptoren verfügen, eröffnet Möglichkeiten diese zu steuern.“ So kann Samenzellen durch einer Blockerduft der Reiz zum Andocken an die Eizelle genommen werden, Ansatzpunkt für ein nicht-hormonelles Verhütungsmittel. Auch die Reaktion von Tumorzellen auf bestimmte olfaktorische Reize könnte genutzt werden, um deren Ausbreiten zu verhindern. Die Erkenntnis des natürlichen (Riech-)Prozesses liefert also den Ansatz für neue Produkte, menschen-gemacht und für den Menschen. Ein solches Produkt, wenn auch nicht aus den Life Sciences, stellt zum Beispiel eine neue Art von Türschloss dar: Es kann den richtigen Bewohner am Körperduft erkennen, zeichnet sich also durch spezielle Chemosensoren für den individuellen Geruch eines Menschen aus.

 

Für die Veranstalter der Konferenz, die den Auftakt des ersten Wettbewerbs für Lebenswissenschaften und Design bildete, verkörpert diese Gratwanderung zwischen Natur und Künstlichkeit den Kern des Life Science Design. Design ist also nicht nur gegenständlich zu verstehen. Geht es allerdings um Medizinprodukte, gehöre die Gestaltungsidee zum Entwicklungsprozess dazu, so die zentrale Botschaft der Konferenz. Professor Peter Zec, geschäftsführender Vorstand des Design Zentrums Nordrhein Westfalen und Präsident des internationalen Weltdesigndachverbandes ICSID, stellte klar: „Inhalte gibt es nicht ohne Form, denn die Form ermöglicht es erst, die Inhalte zu erkennen.“ Dieser Grundsatz müsse besonders in einer Disziplin wie dem Life Science Design, das nicht zuletzt von der ständig voranschreitenden Miniaturisierung geprägt wird, zum Tragen kommen. Ergonomieexperte Professor Uvo Hölscher, Leiter des Use-Lab an der FH Münster, führte den wirtschaftlichen Nutzen einer frühen Integration von Design unter ergonomischen Gesichtspunkten aus: „Der Ergonomie, also der Benutzbarkeit von Produkten für den Menschen, ist eine eigene europäische Norm gewidmet, um Zwischenfälle zu vermeiden“ so Hölscher. Der Gesetzgeber habe seiner Meinung nach erkannt, dass die Ergonomie sichere Produkte schaffe, Mitarbeiter befähige, diese richtig und damit effektiv anzuwenden, und damit Arbeitsabläufe effizient, Mitarbeiter zufrieden und Unternehmen und Krankenhäuser wirtschaftlich erfolgreich zu machen.

 

 

Wie die Gestaltung in die Produktentwicklung einfließen kann und welche Life Science-Projekte derzeit noch einen starken Partner für die Produktentwicklung brauchen, konnten die rund 120 Teilnehmer am Nachmittag in zwei parallelen Workshops erfahren.

Im Workshop 1 zum Thema „Produktentwicklung und Design zwischen wissenschaftlicher Innovation und medizinischer Akzeptanz“ stellten vornehmlich Designbüros, aber auch Wissenschaftler wie der promovierte Bioniker Rudolf Bannasch ihre Produktideen vor.

Zwischen „Natürlichkeit und Künstlichkeit“ bewegte sich der Workshop 2 mit hauptsächlich naturwissenschaftlichen Vorträgen, in denen die neun Referenten ihre Forschungsergebnisse und Entwicklungen aus den Life Sciences vorstellten und ihren Bedarf an ersten Umsetzungsschritten formulierten.

 

Zusammenfassungen zu je zwei Vorträgen aus den beiden Workshops enthält der Anhang.

 

Zum life science design award: concepts (lsda)

Die Life Science Agency (LSA) veranstaltet in Kooperation mit dem Design Zentrum Nordrhein Westfalen den ersten Wettbewerb „life science design award: concepts“ (lsda) für neue Ideen und Konzepte, die den Anspruch an innovative Produktformen in den Lebenswissenschaften einlösen und so die Gestaltung humaner Zukunftsprodukte beeinflussen. Zur Zielgruppe gehören Designer sowie Wissenschaftler und Unternehmer aus den Life Sciences.

 

Der internationalen Jury gehören folgende sechs Vertreter aus Forschung, Design und Medienwelt an: Prof. Dr. Uvo Hölscher, Use-Lab an der Fachhochschule Münster, Andreas Haug, Phoenix Design in Stuttgart, Tapani Hyvönen, ED-Design in Turku, Finnland, Melanie Ruprecht, Die Zeit in Hamburg, Prof. Dr. Rainer M. M. Seibel, Radiologie Institut in Mülheim und Prof. Dr. Peter Zec, Design Zentrum Nordrhein Westfalen, Essen.

 

Die Messe Düsseldorf und die Life Technologies Ruhr/Projekt Ruhr sind Projektpartner, DIE ZEIT sowie MIT Technology Review sind Medienpartner des lsda.

 

Für weitere Informationen:

Fotos können unter liscia.de und lsd-award.de herunter geladen oder beim Pressekontakt angefordert werden.

 

www.lsd-award.de Jennefer Vogt, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit LSA Life Science Agency GmbH fon +49.211.30 12 36-22, j.vogt(at)liscia.de

Essen/ Düsseldorf, 28.04.2005

1. Internationaler Wettbewerb für Lebenswissenschaften und Design Medizin mit Vision: Life Science Design

 

Essen/ Düsseldorf, 15.06.2005

1. Internationale Konferenz für Lebenswissenschaften und Design im red dot design museum in Essen zum Auftakt des 'life science design award: concepts'

PDF-Download

 

Essen/ Düsseldorf, 28.09.2005

Jury prämiert zehn Konzepte im life science design award: concepts

 

Essen/ Düsseldorf, 16.11.2005

Preisverleihung des life science design award: concepts

 

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