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Halswirbel fixieren ohne Schrauben




„Crano - eine Cervikalorthese“, Julia Hanisch und Timo Wurz, Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd

 

15 Wochen etwa müssen Patienten mit Schäden an der Halswirbelsäule – wie Brüchen oder Verrenkungen – beispielsweise nach Verkehrsunfällen permanent einen Halo-Fixateur tragen. Er besteht aus einem verschraubten Kopfring, einer Korsett-Weste und vier Stützen, die das Kopfteil mit der Korsett-Weste verbinden. Alle zwei bis drei Wochen überprüft der Arzt, ob die Schrauben, die an unempfindlichen Stellen an Stirn und Hinterkopf angebracht werden, richtig sitzen. Nur eine einwandfreie Stabilisierung der Halswirbelsäule ermöglicht die Ausheilung der verletzten Knochen und kann Verschlechterungen bis hin zur Querschnittslähmung verhindern.

 

Das neue System, das die beiden Studenten Julia Hanisch und Timo Wurz im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd entwickelt haben, sollte nicht nur besser aussehen, sondern auch ohne Kopfschrauben funktionieren und besseren Tragekomfort besitzen. Nach Meinung der Jury haben die beiden Studenten ihr Ziel erreicht: mit dem Crano Fixator. Statt Schrauben verbindet ein Kunststoff-Gitter den Kopf mit dem Kopfteil, das von Außen an möglichst druckunempfindlichen Stellen des Kopfes Druck ausübt. Die Form des Gitters wird auf Basis von CT-Daten errechnet und kann individuell angepasst werden, die Druckpunkte können im Laufe der Behandlung auch versetzt werden, um Hautpartien zu entlasten. Weste und Schrauben funktionieren ähnlich, sind aber aus anderem – die Weste zum Beispiel aus hautfreundlichem – Material, besser anzupassen und einfach zu sterilisieren.

 

Die hochempfindliche Halswirbelsäule ohne eine Operation zu stabilisieren, ist ein ehrgeiziges Projekt der Studenten gewesen und hat zu einer herausragenden Lösung geführt: „Keine zusätzliche Belastung durch Narkose oder eventuelle Komplikationen bei der Operation, keine zusätzliche Verletzung des Patienten und eine deutlich bequemere Zeit mit dem Fixator bedeuten eine enorme Verbesserung der Patientenzufriedenheit und nicht zuletzt geringere Behandlungskosten“, so Sylvia Deutschmann, Geschäftsführerin der Life Science Agency.

Übersicht der ausgewählten Konzepte:

 

Das Riechen entschlüsseln

„Vom Riechrezeptor zum Biosensor“, Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Zellphysiologie, Bochum

 

Halswirbel fixieren ohne Schrauben

„Crano - eine Cervikalorthese“, Julia Hanisch und Timo Wurz, Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd

 

Gehirne geschwind operieren

„LAXAR OP-System“, Andrea Feuerabend und Friedemann Schreiber, Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd

 

Natürliche Empfängnisverhütung ist Hautsache

„ovu`love“, Wilddesign, Gelsenkirchen und GEO-Design, Japan

 

Knorpel wachsen und Schwämme verschwinden lassen

„Innovatives 3D-Design von Biomaterialien für die Regenerative Medizin“, Matricel, Herzogenrath

 

Babys Hörfähigkeit testen

„OtoRead”, DESIGN/NORD und Interacoustics A/S, Dänemark

 

Mehr fühlen mit der Unterschenkel-Prothese

„Otto Bock Harmony System“, Otto Bock Healthcare GmbH, Duderstadt

 

Gedächtnis stützen und Demenzkranken Halt geben

„Senso. My Personal Lifebook“, Pelin Celik und Pilotfish GmbH, München

 

Schmerzen lindern aber Schmerzmittel kontrollieren

„Lockout System”, Ing. Erich Pfeiffer GmbH, Radolfzell, und item design & development, Ascheberg

 

Chirurgen im Cyber-Space

„Sphere – ein OP Szenario“, piu products, Essen

 

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